Content Marketing

Nutzung von Bildern: Wie vermeide ich Probleme mit dem Urheberrecht?

Martin Trauzold
Zuletzt aktualisiert Juli 3, 201610 Min. Lesezeit

Zu Beginn des Artikels erstmal der kurze Hinweis, dass der Autor kein Anwalt ist und deshalb die folgenden Aussagen lediglich eigene Erfahrungen und Vorgehensweisen widerspiegeln. Wer konkrete Fragen oder Probleme diesbezüglich hat, sollte sich unbedingt an einen Fach-Anwalt wenden.

Bilder sagen mehr als 1.000 Worte, sagt man sagt man nicht von ungefähr. Auch wenn Texte sehr wichtig sind, so können Fotos, Produktbilder, Zeichnungen und Videos Deinen Content deutlich verbessern. Die Inhalte lassen sich besser vermitteln und sind für Deine Leser zugänglicher.

Zudem helfen Bilder auch bei der Vermarktung, da sie weitere Besucher anlocken und z.B. im Social Web sehr gut funktionieren. Suchmaschinen honorieren es nicht selten durch bessere Rankings, wenn eine Webseite eigene Bilder oder Videos in Artikel einbindet.

Das Wichtigste im Überblick

  • Produktbilder und Inhalte von Amazon können unter gewissen Bedingungen für die eigene Webseite genutzt werden
  • Rechtliche Fallstricke bei der Nutzung von Bildern und Fotos
  • Tipps zum Einsatz von Fotos und Bildern im eigenen Blog

Das Nutzen von Amazon Produktbildern

Als Amazon-Partner erhältst Du die Möglichkeit, Produktbilder auf der eigenen Webseite zu nutzen. Die Bilder dürfen allerdings nur genutzt werden, solange Sie auch auf Amazon.de verfügbar sind.

Nachdem ein Bild auf Amazon.de nicht mehr verfügbar ist, muss es innerhalb von 24 Stunden von Deiner Webseite entfernt werden. Das Gleiche gilt bei einem Austritt oder auch einem Ausschluss aus dem Amazon Partnerprogramm.

Es ist daher sinnvoll mit speziellen Plugins zu arbeiten, die entsprechende Inhalte regelmäßig automatisch aktualisieren.

So kannst Du sicherstellen, dass sich keine Bilder auf Deiner Webseite befinden, die bei Amazon.de nicht mehr verfügbar sind. Hier findest Du einen Vergleich von unterschiedlichen Plugins die Du als Amazon-Partner nutzen kannst.

Vorsicht Urheberrecht

Eine Sache steht der freien Nutzung von Bildern und Fotos entgegen, nämlich das Urheberrecht. Jedes Foto und jedes Bild hat einen Urheber, der einer Nutzung zustimmen muss.

Beachtest Du das nicht, kann das großen Ärger geben. So liegen Abmahnungen für unberechtigt genutzte Fotos in Deutschland schon mal gern im vierstelligen Bereich.

Deshalb ist es wichtig das Urheberrecht zu beachten und genau darauf zu achten, woher ein Bild stammt und welche Möglichkeiten im Einzelfall bestehen.

Relativ sichere Bilder-Quellen

Zu den relativ sicheren Bilder-Quellen zählen die folgenden:

Eigene Bilder

Wer selbst Fotos macht, kann diese natürlich auf der eigenen Webseite problemlos einsetzen. Hierbei ist es nicht unbedingt erforderlich Fotos in professioneller Qualität erstellen zu können. Die Fotoqualität der meisten modernen Smartphones ist absolut ausreichend.

Vielmehr geht es darum, dem Besucher Deiner Webseite einen Mehrwert zu bieten. Außerdem kannst Du Dich mit Deinen eigenen Fotos von anderen Webseiten und Blogs abheben.

Eigene Fotos sind auch ein wesentliches Element um das Vertrauen Deiner Besucher zu gewinnen. Gute eigene Bilder können auch wie bereits erwähnt, einen positiven Effekt auf Deine Rankings bei Google haben.

Bei der Wahl eines passenden Motives solltest Du hingegen Vorsicht walten lassen. Sind auf Deinem Schnappschuss z.B. auch andere Personen zu erkennen, dann benötigst Du auch deren Einverständnis um das entsprechende Bild verwerten zu können.

Fotos von öffentlichen Bereichen sind hingegen von der Panoramafreiheit erfasst, so dass hier hingegen vieles erlaubt ist. In anderen Ländern musst Du aber sehr vorsichtig sein. So ist das Fotografien des Eifelturms in Frankreich zwar erlaubt, nicht aber die Verbreitung oder kommerzielle Verwendung der Fotos.

Grafiken selber gemacht

Eine Alternative ist es Text/Bild-Grafiken selber zu gestalten. Es handelt sich dabei also nicht um Fotos. Allerdings musst Du auch hier sicherstellen, dass auf evtl. genutzte Grafik-Elemente nicht wieder ein Urheberrecht besteht.

Grafiken sollten komplizierte Sachverhalte in einer vereinfachten Art und Weise darstellen und dem Besucher Deiner Webseite schnell einen Überblick über ein Thema geben. Für Besucher sind daher auch Grafiken ein wichtiger Bestandteil der Navigation auf Deinen Seiten.

Screenshots

Bei Screenshots kommt es darauf an, was darauf zu sehen ist. Normale Screenshots sind da meist unbedenklich. Allerdings sollten keine Personen oder künstlerische Werke darauf gut zu erkennen sein.

Achte auch darauf nicht wichtige persönliche Daten zu teilen, wie z.B. Deine Bankverbindung. Bereits die Bank bei der Du Dein Konto hast oder Deine PKW Marke können im Phishing gegen Dich verwendet werden, da man somit ein besseres Profil von Dir erstellen kann und Dich entsprechend zielgerichtet ansprechen kann.

Stockfotos: Bilder von Bildagenturen

Wer selber keine Bilder hat, kann bei professionellen Bildagenturen im Netz wie iStock fündig werden. Diese bieten zehntausende Fotos an, die meist zu einem fairen Preis erworben werden können . Allerdings gibt es hier das Problem, dass man nicht immer ein passendes Bild findet und es natürlich Geld kostet. Zudem solltest Du die jeweiligen Kennzeichnungspflichten des entsprechenden Anbieters beachten.

Bilder von Bildagenturen haben auch den Nachteil, dass diese öfter verwendet werden und Deine Webseite somit kein Alleinstellungsmerkmal aufweisen kann. Auf das Vertrauen Deiner Besucher kann dies darüber hinaus auch einen negativen Eindruck machen, da man nicht unbedingt davon ausgeht, dass die Inhalte der Webseite authentisch sind, wenn einem schon die Bilder „vorgegaukelt“ werden.

Herstellerfotos

Berichtest Du über bestimmte Produkte, bieten sich natürlich Herstellerfotos an. Greifst Du hier auf Herstellerfotos aus einem Partnerprogramm zurück, dann ist das in der Regel kein Problem. Bei Amazon kann man die Bilder verwenden, sofern diese einmal täglich aktualisiert werden.

Kopierst Du die Bilder, Videos oder andere Inhalte dagegen direkt von der Webseite des Herstellers, dann solltest Du Dir von der Firma vorab eine schriftliche Erlaubnis besorgen.

Vorsicht Falle!

Sehr vorsichtig solltest Du dagegen bei diesen Bildquellen sein:

Google Bildersuche

Keinesfalls solltest Du einfach Bilder aus der Google Suche kopieren und auf der eigenen Website verwenden. Diese Bilder haben einen Urheber der die Bilder meistens auf seiner Webseite eingebunden hat. Der Google Crawler hat die Bilder entsprechend von dieser Website indiziert, wobei der Rechteeigentümer einer Übertragung der Bildrechte nicht zugestimmt hat.

Andere Blogs und Webseiten

Auch auf anderen Blogs und Webseiten, solltest Du nicht einfach „wildern“ und Bilder übernehmen. Wenn Du diese dennoch nutzen möchtest, solltest Du auf jeden Fall die Erlaubnis des Betreibers einholen.

Flickr und Co.

Zumindest vorsichtig solltest Du bei Bildern von Flickr und anderen Foto-Sharing-Sites sein. Hier solltest Du Dir genau anschauen, unter welcher Lizenz die Bilder veröffentlicht wurden und Dich an diese Bestimmungen halten.

Freie Bild-Datenbanken

Recht beliebt sind Online-Datenbanken mit angeblich frei nutzbaren Bildern und Fotos. Leider können sich hier auch Betrüger einnisten, die Bilder bzw. Fotos einstellen, nur um später dann Abmahnungen an alle zu versenden, die diese Bilder nutzen.

Wie sollte man Bilder nutzen?

Für eine entsprechende Darstellung komplexer Sachverhalte sind Bilder gut geeignet oder Du setzt bewusst einen Kontrapunkt zum Text, um für mehr Aufmerksamkeit innerhalb Deines Contents zu sorgen.

Das ist z.B. im Social Web sehr wichtig, wo oft nur das Bild zu sehen ist bzw. wahrgenommen wird. Alternativ kannst Du Bilder auch einsetzen, um eine bestimmte Stimmung zu vermitteln.

Allerdings solltest Du Fotos vor der eigentlichen Implementierung in Deine Inhalte entsprechend optimieren. Die Dateigröße sollte klein gehalten werden, damit Deine Webseite schnell lädt.

Hierfür solltest Du zunächst das Bild auf eine angemessene Größe zuschneiden. Wenn Dir keine spezielle Bildbearbeitungssoftware zur Verfügung steht, kannst Du hierfür Online Services wie Pixlr nutzen.

Hier kannst Du beim Speichern der Bilder auch Einfluss auf die Qualität und somit auf die Dateigröße nehmen. Achte darauf, dass die Dateigröße so klein wie möglich ist und das Foto trotzdem nicht zu stark an Qualität verliert.

Von Vorteil sind darüber hinaus SEO-Maßnahmen für Deine Bilder zu ergreifen. Der Dateiname sollte das Hauptkeyword enthalten und Du solltest die ‘Title’- und ‘Alt’-Attribute nutzen.

Auch die Beschreibung des Bildes kann eine Rolle spielen. Hier solltest Du aber beschreiben, was genau das Bild darstellt, damit Besucher direkt aus der Google Bildersuche auf Deine Webseite gelangen können.

Mehr Informationen zur Bilder-Suchmaschinenoptimierung findet ihr in diesem Artikel: tagseoblog.de/bilder-optimieren-fuer-google-bilder-seo-basics-kompakt