Conversion Rate Optimierung

Grundlagen der Conversion Optimierung und Einrichtung eines A/B Tests

Martin Trauzold
Zuletzt aktualisiert Februar 11, 20169 Min. Lesezeit

Eine der wichtigsten Aufgaben, um mehr Geld online zu verdienen, ist die Conversion Optimierung. Um was es sich dabei genau handelt, wie Du A/B Tests durchführst und für wen sich das lohnt, erläutert dieser Artikel.

Das Wichtigste im Überblick

  • Die Bedeutung der Conversion Rate für den Erfolg im Internet
  • Tipps zu A/B Tests und Tool-Empfehlungen

Was ist Conversion Optimierung?

Unter der Conversion Optimierung versteht man die Steigerung des Anteils der Besucher der eigenen Website, die etwas kaufen oder eine bestimmte andere Handlung durchführen (z. B. Anmeldung für einen Newsletter).

Indem einzelne Elemente der Website oder des Blogs verändert werden, kannst Du die Auswirkungen dieser Veränderungen auf die gewünschte Handlung der Besucher messen. Im Idealfall testest Du ständig etwas Neues und näherst Dich damit nach und nach der perfekten Website.

Was bringt Conversion Optimierung?

Die typische Strategie mehr Geld im Internet zu verdienen, ist für mehr Traffic zu sorgen. Viele Blogger und Website-Betreiber kümmern sich daher nur um SEO-Maßnahmen, Social Media Veröffentlichungen, Werbung und neue Inhalte.

Auch wenn diese Vorgehensweise sicher ein wichtiger Bestandteil für den Erfolg eines Blogs oder einer Website ist, vernachlässigen diese Betreiber sehr oft die bestehenden Besucher und verschenken damit viel Potential.

Durch die Conversion Optimierung kannst Du mit denselben Besucherzahlen mehr Umsatz bzw. mehr Einnahmen erzielen.

Viele Tests zeigen, dass kleine Änderungen große Auswirkungen haben können. Auf konversionskraft.de gibt es ein Beispiel, wie die Umsätze eines Online-Shops durch die Steigerung der Conversion Rate angezogen haben.

100 Conversion Optimierungs-Beispiele auf kissmetrics.com geben viele praktische Einblicke und zeigen, dass Du dies auf jeder Website und bei jedem Thema nutzen kannst.

Lohnt sich Conversion Optimierung auf der eigenen Website/Blog?

Die erste Frage beim Thema Conversion Optimierung lautet meist: „Bringt das was bei mir?“

Auch wenn man diese Frage nicht pauschal beantworten kann, so sollte klar sein, dass sich A/B Tests erst ab gewissen Besucherzahlen lohnen.

Wer im Monat 100 Besucher auf seiner Website hat, wird kaum statistisch verlässliche Ergebnisse bekommen, wenn er 50 davon Button A und den anderen 50 Button B anzeigt. Aber wenn Du ein paar tausend Besucher hast, dann solltest Du unbedingt Conversion Optimierung umsetzen.

Mit frei verfügbaren Tools ist das relativ einfach umsetzbar und mit wenig Aufwand verbunden. Allerdings sollte Dir klar sein, dass die Conversion Optimierung ein dauerhafter Prozess ist, mit dem Du Dich dem Maximum annäherst, es aber nie erreichst.

A/B Tests nutzen

Ein A/B Test, auch Split-Test genannt, funktioniert an sich recht einfach. Du erstellst einfach 2 Varianten eines Website-Elementes und testest, welches besser funktioniert. Das kann z. B. ein unterschiedlicher Bestellbutton sein oder auch eine Verkaufsseite mit und ohne Video.

Wichtig ist dabei, dass Du einerseits nur jeweils eine Änderung vornimmst. Würdest Du z. B. den Button, den Text, das Bild und noch andere Elemente ändern, wüsstest Du am Ende gar nicht, welche dieser Änderungen für die bessere (oder auch schlechtere) Conversion Rate verantwortlich ist. Nur wenn Du ein Element änderst, kannst Du am Ende genau sagen, was das gebracht hat.

Zudem musst Du die beiden Varianten parallel vergleichen und nicht hintereinander. Auch das würde sonst die Ergebnisse    z. B. durch saisonale Effekte verfälschen.

Schritt für Schritt am Beispiel von Optimizely.com

Du kannst solche A/B-Tests auch ohne externe Tools durchführen. So könntest Du 2 Verkaufsseiten für ein Produkt anlegen mit einem unterschiedlichen Element. Diese Seiten würdest Du dann abwechselnd den Besuchern der eigenen Website anzeigen und mit einem Statistik-Tool die Klicks und die Conversion Rate der beiden Varianten messen. Das ist allerdings aufwändig und es fehlt ein gewisser Komfort.

Mehr Funktionen und eine einfachere Umsetzung bieten dagegen spezielle Conversion Optimierungstools an, wie z. B. optimizely.com. Bei diesem Online-Service kannst Du Dich kostenlos registrieren und ein Experiment ohne Kosten durchführen. Das reicht für die meisten erstmal aus.

Nach der Anmeldung klickst Du auf „Neues Experiment“, gibst diesem einen Namen und trägst die betreffende URL der zu optimierenden Seite ein.

Danach erstellst Du eine neue Variante, wobei Du ein Element der Seite änderst. Das schöne an optimizely.com ist, dass diese Änderungen direkt in dem Tool vorgenommen werden können. Das erspart einem Änderungen am Website-Code.

Du kannst auch mehrere Varianten mit jeweils einer Änderung anlegen. Da für ein verlässliches Ergebnis aber recht viele Nutzer vonnöten sind, solltest Du es am Anfang bei 2 Varianten belassen.

Nun musst Du noch ein Ziel angeben. Dabei geht es darum, was der Nutzer machen soll. Das kann z. B. die „Danke für ihren Einkauf“-Seite eines Shops sein oder die Anmeldebestätigungsseite für einen Newsletter.

Wenn Du Affiliate-Einnahmen verbessern willst, kannst Du in der Regel nicht die Shop-Seite des Partnerprogramms als Ziel angeben, da Du dort nicht den Optimizely-Tracking-Code installieren kannst. Stattdessen kannst Du „nur“ die Klicks auf einen Affiliate-Link zählen, was als Optimierungsziel aber auch schon ausreichend ist.

Schließlich hast Du meist sowieso keinen Einfluss auf den Inhalt der Shop-Seite, so dass Du nur die eigenen Seiten und damit die Zahl der Klicks optimieren kannst.

Nun brauchst Du etwas Geduld, bis genug Daten zusammengekommen sind, um beurteilen zu können, welche Variante besser funktioniert hat. Die Gewinner-Variante nutzt Du dann weiter und startest anschließend ein neues Experiment, in dem Du wieder etwas anderes testest.

Achtung: Es ist notwendig, einen Hinweis auf den Optimizely-Cookie in die Datenschutzerklärung der eigenen Website einzubauen und einen OptOut-Link anzubieten.

Achtung: Signifikanz

Es hört sich einfach an, die Entscheidung zwischen 2 Varianten zu treffen. In der Praxis ist das aber oft gar nicht so trivial. Nicht nur, dass die Ergebnisse verschiedener Varianten oft recht nah beieinander liegen, sie sind auch nicht immer verlässlich.

Statistiken bezeichnen die Verlässlichkeit solcher Daten als Signifikanz (wikipedia.org/wiki/Statistische_Signifikanz), welche zwischen 0 und 100% liegen kann. Je höher die Signifikanz ausfällt, umso verlässlicher ist das Ergebnis. 95% Signifikanz bedeutet, dass es eine 5% Möglichkeit gibt, dass das Ergebnis Zufall ist.

So macht es wenig Sinn, sich für eine Variante zu entscheiden, wenn diese jeweils 12% Signifikanz hat. Das ist nur Raten.

Du solltest ein Experiment solange laufen lassen, bis es mindestens 90-95% Signifikanz aufweist. Das kannst Du z. B. mit Tools wie drpete.co/split-test-calculator machen.

Optimizely.com bringt diese Auswertung bereits mit, sodass Du bei den Ergebnissen der einzelnen Varianten auch gleich die Signifikanz siehst.

Fazit

A/B Tests können sehr sinnvoll sein, um die Einnahmen zu steigern, aber auch andere Ziele zu optimieren. Allerdings solltest Du dafür ein professionelles Tool nutzen und nur auf verlässliche Ergebnisse ‘hören’.

Ganz wichtig ist zudem, dass Du die gewonnenen Erkenntnisse dann auch wirklich nutzt und wiederum neue Tests durchführst. Conversion Optimierung ist eine dauerhafte Aufgabe.