So erhältst Du Dir als Influencer Deine mentale Gesundheit

Ertappst Du Dich manchmal dabei, dass Du lieber den ganzen Tag Instagram-Beiträge durchscrollst, anstatt Deine eigene “to do-Liste” anzugehen? Vielen geht es so wie Dir, denn ohne eine klare Roadmap kann es durchaus schwierig sein, alleine als Influencer zu arbeiten und ein eigenes Business zu etablieren.

Möglicherweise hast Du einfach einen schlechten unproduktiven Tag erwischt. Nutzt dann jedoch Deine Zeit, um Apps zu öffnen und Dir die Profilseiten von erfolgreichen Influencern anzusehen, die das Ziel erreicht haben, welches Du auch gerne erreichen möchtest. Warum fühlt sich manchmal alles so festgefahren an?

Ein großer Vorteil der sozialen Netzwerke besteht darin, dass hier in zahlreichen Konversationen die Thematik der psychischen Gesundheit in den Vordergrund gerückt wird und diejenigen zusammenführt und vereint, die mit denselben Problemen zu kämpfen haben.

Vor diesem Hintergrund betrachten wir in diesem Artikel drei häufig auftretende Probleme, die Influencer im Jahr 2020 betreffen können und geben Dir darüber hinaus Tipps zum Schutz Deiner psychischen Gesundheit. Der Schlüssel hierbei liegt in der Erkenntnis, dass Du als Influencer möglicherweise langfristige, bzw. fortlaufende Strategien in Deinen Alltag integrieren solltest. Das Leben kann voller Überraschungen sein und es wird Tage geben, an denen Du Dich mehr herausgefordert fühlen wirst als an anderen.

Darüber hinaus kann es mitunter schwierig sein, entsprechende Warnsignale rechtzeitig zu erkennen. Es gibt Zeiten, in denen Du Dich möglicherweise motiviert fühlst eigene Presets zu vertreiben, dann jedoch eine Ablehnung gegen das Vorhaben entwickelst und Dich ein paar Tage später unmotiviert und planlos fühlst. Und dann fühlst Du Dich am Ende schlechter als zuvor und versuchst nie wieder diese Idee in die Tat umzusetzen.

Es besteht Hoffnung. Wir kennen alle Bücher, Podcasts und Profile, die man benötigt, um eine positivere Denkweise aufzubauen. Gib die Namen der in diesem Artikel vorgestellten Personen in Deine Podcast-App ein und mache Dir ihre Tipps und Erfahrungen zu nutze.

1. Vergleiche ziehen

Symptome – Immer wieder verbringst Du mit dem Betrachten von Inhalten auf Instagram stundenlang Zeit. Oft fühlst Dich dabei insbesondere dann unwohl, wenn Du einen Influencer entdeckst, der z.B. mit seinem Buch einen Verlag auf sich aufmerksam machen konnte und augenscheinlich einen Deal abschließen konnte. Am Ende nimmst Du es vielleicht sogar persönlich, anstatt Dich inspiriert zu fühlen.

Wem Du folgen solltest – Du benötigst Lucy Sheridans Instagram-Feed in Deinem Leben. Sie ist der erste und einzige „Vergleichs-Coach“, welcher Dir helfen kann, Dein durch die sozialen Medien hervorgerufenes “Selbstsabotage-Verhalten” abzulegen. Es kann für Deinen zukünftigen Erfolg äußerst schädlich sein, missgünstig auf andere Influencer zu schauen oder Dich an unrealistische Ideale zu halten.

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Lucy stellt jeden ihrer Posts in eine direkte Beziehung zu einer menschlichen Ebene und erklärt, dass Social Media ein bisschen so ist wie das ‚Las Vegas‘ der Vergleiche. Es ist rund um die Uhr geöffnet und es gibt immer etwas, das uns triggern und möglicherweise in schlechte Laune versetzen kann.

Außerdem kennt man nie die ganze Wahrheit, die in Wirklichkeit hinter den Fotos anderer Influencer steckt.

Ein Beispiel gefällig? Dieser Influencer, der mit seinem Buch einen Verlag auf sich aufmerksam machen und einen Deal abschließen konnte: Vielleicht war es seine erste Zusage nach über 30 Absagen. Es ist wichtig so etwas im Hinterkopf zu haben und sich daran zu erinnern, dass Menschen dazu neigen, für ihr Ziel zu werben, jedoch nicht unbedingt für die entsprechenden Hindernisse, die sie überwinden mussten, um dorthin zu gelangen.

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Tipps – Versuche Deine Reaktion auf entsprechende Inhalte nicht herunterzuspielen. Akzeptiere Deine Gefühle, folge nicht weiter Social-Media-Accounts, deren Inhalte Dich deprimieren und finde heraus was Du wirklich im Leben möchtest. Dieses Quiz hilft Dir dabei Dein psychologisches Profil zu bestimmen. Dies kann Dir dabei helfen, Deine Ziele zu definieren und zu erreichen.

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Ressourcen – Lucys Buch “The Comparison Cure”. Es kann auch nützlich sein, Interviews mit Unternehmern wie die Podcastreihe „In Good Company“ anzuhören, da diese Dir aufzeigen, dass nur wenige Karrieren einem linearen Weg folgen.

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2. Was Du heute kannst besorgen

Symptome – Dieses Symptom kann aus den zuvor beschriebenen Vergleichen resultieren. Du kannst zum Beispiel fest entschlossen sein, einen Kurs für Deine Follower zu erstellen, eine Veranstaltung zu organisieren oder etwas Kreatives für IGTV zu drehen, aber schlussendlich verbringst Du Deine Zeit doch nur auf Twitter, anstatt Dir entsprechende Memes anzusehen.

Daraus resultiert, dass Du Dich schlechter fühlst, aber auch am nächsten Tag nichts an dieser Situation änderst und erneut Dein Vorhaben aufschiebst. Es handelt sich hierbei um eine absichtliche Handlung, die jedoch schnell zur Gewohnheit werden kann.

Wem Du folgen solltest – Auch für diesen Fall gibt es eine Lösung des Problems! Der Verhaltensforscher Nir Eyal hat maßgeblich dazu beigetragen, eine Technologie zu entwickeln, die es uns ermöglicht, bestimmt Produkte durch Assoziationen mit internen Triggern zu verknüpfen. Hier steht er mit Rat und Tat zur Seite wenn es darum geht, schlechte Gewohnheiten zu besiegen, Trigger zu kontrollieren und das tun zu können, was wir wirklich beabsichtigen ohne es aufzuschieben.

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TippsDer Schlüssel zum Erfolg ist es Ablenkungen zu vermeiden, tiefer in die Arbeit einzutauchen und herauszufinden, warum wir Dinge tun, die unseren persönlichen Interessen zuwiderlaufen? Hier kann eine App wie Self Control sinnvoll sein, um einen Zugriff auf Facebook und co. zu bestimmten Zeiten zu vermeiden oder um herauszufinden, welche Ursache hinter der zwanghaften Überprüfung Deiner Social-Media-Accounts steckt.

Vielleicht hast Du Dir mit der Erstellung des Kurses einfach zu viel auf einmal vorgenommen. Spreche am besten mit einer Person der Du vertrauen kannst über diese Problematik, bzw. mit Personen mit denselben Problemen. Parallel dazu ist es auch sinnvoll nach passenden Podcasts zu suchen, die Lösungsvorschläge für diese Problematik anbieten.

RessourcenEyals Buch „Indistractible“ enthält praktische Arbeitsblätter, die Dir unter anderem näher bringen, dass die Ursache für Ablenkung sehr oft aus dem Wunsch bzw. der Angst heraus resultiert, vor Unbehagen davonzulaufen. „The Kindness Method” ist ebenfalls zu empfehlen, denn hier werden verschiedene Methoden im Umgang mit Suchtverhalten erläutert.

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Durch das Erstellen von Mind Maps wirst Du darüber hinaus ermutigt, Deine Probleme zu verstehen und geeignete Lösungsansätze zu finden.

3. Perfektionismus

Symptome – Hier sprechen wir vom Gegenteil des zuvor behandelten Aufschiebens, der Dich dazu veranlasst, Dich einem hohen Druck auszusetzen und anstehende Aufgaben unter allen Umständen fehlerfrei und perfekt zu erledigen. Vielleicht ist momentan einfach noch nicht der richtige Zeitpunkt, um an einem neuen E-Book zu arbeiten, da Du nicht über die ersten paar Sätze hinaus kommst. Vielleicht steckt dahinter auch einfach nur der Wunsch bzw. der Gedanke ein E-Book zu schreiben, als wirklich loszulegen und möglicherweise zu scheitern.

Wem du folgen solltest – Lerne Sam Laura Brown vom The Perfectionism Project kennen. Ihrer Meinung nach ist Perfektionismus eine Denkweise, die Dich in Wahrheit davon abhalten kann, Deine Ziele zu erreichen. Du legst Wert auf Ergebnisse, hast im Gegenzug jedoch ein sehr geringes Selbstwertgefühl, so dass Du es vielleicht erst gar nicht versuchst das Ziel zu erreichen, dass Du Dir gesetzt hast.

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Es ist im Grunde ein Weg, um Versagen, Verletzlichkeit und Scham zu vermeiden. Perfektionisten denken zu viel und werden durch ihre eigenen hohen Standards bzw. Zielsetzungen behindert. Sam teilt ihren Weg zu mehr Selbstvertrauen mit ihren Followern und beschreibt detailliert die Denkweise, die Du benötigst um Deine Ziele zu erreichen.

Tipps – Es ist es wichtig nicht so hart mit Dir selbst ins Gericht zu gehen und das Unbehagen zu akzeptieren, dass Du möglicherweise empfindest, bevor Du Dich neuen Herausforderungen stellst.

Es mag sich komisch anhören, aber hier hilft auch logisches Denken. Solltest Du etwa beabsichtigen, täglich einen Post mit einem ansprechenden Foto auf Instagram zu veröffentlichen, dann muss ein Blog-Artikel alle 10 Tage sowie einige IGTV-Beiträge manchmal einfach “nur fertig“ sein. Nicht jeder veröffentlicht jeden Tag das Äquivalent eines Beyoncé Albums.

Lobe Dich dafür, dass Du Dich bemüht hast anstatt Dich ausschließlich auf das Ergebnis zu konzentrieren. Manchmal benötigt es einfach einige Tage, um mit dem Ausprobieren verschiedener Ansätze inklusive den daraus resultierenden Fehlern auf eine Thema zu stoßen, welches Dich und Deine Follower begeistert und weiter voran bringt.

Manchmal muss man nur spazieren gehen und sich für eine Weile von dem komplizierten Blog-Beitrag fernhalten, um auf neue Gedanken zu kommen. Zwinge Dich nicht produktiv zu sein, da Du Gefahr läufst Dich schlecht zu fühlen und aufzugeben. Denke daran, dass jeder noch so kleine Schritt sinnvoll und wichtig ist.

Ressourcen: Hurry Slowly ist genau das Richtige für Deine Ohren, wenn es darum geht Deinen Tag sinnvoll zu gestalten. Jocelyn K. Glei empfiehlt einen langsameren Ansatz, um die Tür zur Kreativität zu öffnen.

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Während es schwierig sein kann, mit dem Thema Unsicherheit, negativer Medienwahrnehmung und dem Druck, konsistente Inhalte zu erstellen, umzugehen, solltest Du einfach stets Du selbst sein.

Der Einfluss der Influencer-Industrie hat es so vielen Randgruppen ermöglicht, nachhaltige Unternehmen zu gründen und wichtige Storys zu erzählen. All Deine Sorgen sind normal und wenn Du selbst Deine Geschichte erzählst, kann diese wiederum jemand anderem in der gleichen Situation helfen.

Schnelle Tipps

Eine Pause einlegen – Mach einen Spaziergang wenn es Dir schwer fällt die richtigen Worte für eine komplizierte E-Mail zu finden, und nimm Dir einfach Zeit für diese Situation.

Führe ein Tagebuch – Überlege, was Dir momentan Unbehagen bereitet. Lege dann das Tagebuch beiseite und überprüfe eine Woche später, ob sich die Situation bzw. die dazugehörigen Gefühle geändert haben.

Sich einem Freund anvertrauen – Es mag leicht sein, Dinge herunterzuschlucken, jedoch wenn es möglich ist, erzähle einer vertrauenswürdigen Person von Deinen Problemen. Wenn dies nicht möglich ist, überlege wie Du mit einem Freund sprechen würdest, der dieselben Probleme hat wie du, und versuche das Mitgefühl auf Dich selbst zu übertragen.

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